Aktion bis Weihnachten: Für jedes persönlich bei mir erworbene Buch "Feuer der Sehnsucht. Spiritualität einfach leben" spende ich 2 Euro an Wildwasser Nürnberg – Fachberatungsstelle für Mädchen und Frauen gegen sexuellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Also: ein tolles Buch als Weihnachtsgeschenk kaufen und gleichzeitig noch etwas Gutes tun. Was will man mehr?

 

Leider ist das Thema noch immer und wieder brandaktuell: Kindesmissbrauch durch Vertreter der katholischen Kirche. Als Betroffene belastet es mich selbst, dass sich das Thema auch bei mir im Kontakt mit der Presse und bei der Rezeption meines Buches "Feuer der Sehnsucht. Spiritualität einfach leben" immer wieder in den Vordergrund schiebt. Aber ich denke, es muss wohl so sein, wenn endlich Licht in eine der dunkelsten Seiten von Menschsein im Allgemeinen und des Systems katholische Kirche im Speziellen kommen soll. Aus meinen Gesprächen weiß ich, dass das auch für Journalistinnen und Journalisten ein belastendes und schwer zu "beschreibendes" (im Wortsinn!) Thema ist. Ich ziehe voller Respekt und Dankbarkeit den Hut vor denjenigen, die mit einem differenzierten Blick und zugleich schonungslos über diese himmelschreienden Verbrechen und deren systematische Vertuschung berichten. Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und nicht locker lassen, haben wir die Chance, auf Dauer etwas zu verändern. Auch wenn es uns selbst schwerfällt und wir uns lieber mit freudvolleren und weniger belastenden Themen beschäftigen würden. Entsprechend bin auch ich weiterhin bereit, mit meinen Erfahrungen in die Öffentlichkeit zu gehen. Danke an euch Journalist*innen, die ihr uns Betroffene dabei unterstützt!

Hier geht es zu verschiedenen Veröffentlichungen der letzten Monate:

Interview im Münchner Kirchenradio vom 24.9.2018 (Quelle: www.mk-online.de)

heute Journal vom 25.9.2018: "Katholische Kirche und der Missbrauch (Quelle: ZDF Mediathek)

Artikel in der Nürnberger Zeitung vom 26.9.2018 (Quelle: www.nordbayern.de)

Maischberger vom 26.9.2018: "Missbrauch in der katholischen Kirche. Aufklären oder vertuschen?" (Quelle: ARD Mediathek)

"tina" Nr. 43 vom 17.10.2018 (Quelle: Bauer Women KG, Redaktion Tina. www.tina.de):

 

 

 

 

 

 

 

Was für Wahnsinns-Wochen! Ich könnte hier Seiten füllen mit meinen Erfahrungen zum Thema "Reden über den Missbrauch". Aber ich bin einfach nur noch erschöpft vom vielen Aussortieren ("Was mache ich, was mache ich nicht?"), Grenzen setzen ("Nein, wir machen ganz sicher kein Foto in der Kirche, in der es passiert ist!), Projektionsfläche für Störgefühle anderer sein... Im Moment habe ich nicht einmal die Kraft, die vielen Presseartikel hier einzustellen, die während der vergangenen Wochen erschienen sind. Es ist einfach alles zu viel. Also habe ich mir überlegt: Worauf habe ich selbst Lust? Was macht mir Freude? Was habe ich in dieser Zeit erlebt, über das ich von Herzen gern berichte? Und da gibt es ein klares Highlight:

 

Nicht genug, dass ich beim Wecker-Konzert in Nürnberg völlig problemlos und ohne bürokratische Hürden meine Bücher verkaufen durfte, darüber hinaus hatte ich auch eine wunderschöne Begegnung mit Konstantin Wecker selbst. Und zwar nicht vom Typ "hysterische Fan-Mutti wanzt sich an ihr Idol ran", sondern eine echte Herzensbegegnung, die mir mal wieder gezeigt hat: In dem Mann hab ich mich mein Leben lang nicht getäuscht. Er steht für das, was er in seinen Lieder und Texten beschreibt und besingt. Solange es auf der Welt noch solche Menschen gibt, die sich und ihren Überzeugungen so treu bleiben, wird sie mir nicht gänzlich suspekt. Oder, um es mit dem "Kleinen Prinzen" zu sagen: "Es macht die Wüste schön, dass sie einen Brunnen birgt." Danke! Übrigens auch an meinen fabelhaften Mann Thomas, der das "Star-Foto" gemacht hat.

 

 

Am 27. Juni 2018 veranstaltete die von der Bundesregierung eingesetzte Aufarbeitungskommission ein öffentliches Hearing zum Thema "Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs". Es war erschütternd, wie viele Betroffene aus dem Plenum sich zu Wort meldeten. Das Ausmaß dieser Untaten ist bei weitem größer, als wir wahrhaben wollen. Nicht nur im Umfeld kirchlicher Einrichtungen, sondern in allen Bereichen und quer durch alle Schichten unserer Gesellschaft. Mein eigener Beitrag bei dem öffentlichen Hearing war für mich emotional sehr belastend und aufwühlend. Doch ich bin froh, öffentlich gesprochen zu haben. Wir alle müssen uns den menschlichen Schattenseiten in all ihrer Dramatik und allen Auswüchsen stellen. Nur durch ein mutiges Hinschauen und Anerkennen dessen, was ist, kann sich auch das Lichtvolle und Schöne in unserer Welt wieder mehr ausbreiten und zur Geltung kommen. Wir kehren damit die alte Weisheit um: "Wo viel Schatten, da viel Licht." Das gilt auch für die Kirchen und ihre Vertreter*innen und Vertreter. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie das einmal begreifen und sich endlich mutig ihrem persönlichen Schatten und dem institutionellen Dunkel stellen.