Leider ist das Thema noch immer und wieder brandaktuell: Kindesmissbrauch durch Vertreter der katholischen Kirche. Als Betroffene belastet es mich selbst, dass sich das Thema auch bei mir im Kontakt mit der Presse und bei der Rezeption meines Buches "Feuer der Sehnsucht. Spiritualität einfach leben" immer wieder in den Vordergrund schiebt. Aber ich denke, es muss wohl so sein, wenn endlich Licht in eine der dunkelsten Seiten von Menschsein im Allgemeinen und des Systems katholische Kirche im Speziellen kommen soll. Aus meinen Gesprächen weiß ich, dass das auch für Journalistinnen und Journalisten ein belastendes und schwer zu "beschreibendes" (im Wortsinn!) Thema ist. Ich ziehe voller Respekt und Dankbarkeit den Hut vor denjenigen, die mit einem differenzierten Blick und zugleich schonungslos über diese himmelschreienden Verbrechen und deren systematische Vertuschung berichten. Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und nicht locker lassen, haben wir die Chance, auf Dauer etwas zu verändern. Auch wenn es uns selbst schwerfällt und wir uns lieber mit freudvolleren und weniger belastenden Themen beschäftigen würden. Entsprechend bin auch ich weiterhin bereit, mit meinen Erfahrungen in die Öffentlichkeit zu gehen. Danke an euch Journalist*innen, die ihr uns Betroffene dabei unterstützt!

Interview mit mir im Münchner Kirchenradio: https://mk-online.de/meldung/nach-dem-missbrauch-zurueck-zu-glaube-und-spiritualitaet.html

 

Weiter ging's am 2. Mai mit der nächsten Präsentation, diesmal in St. Michael München, Zentrum der Jesuiten. Im Gespräch mit meinem langjährigen spirituellen Wegbegleiter Pater Karl Kern SJ war es mir eine besondere Freude, meine Ideen zu einer lebendigen christlichen Spiritualität darzulegen. Zu meiner Überraschung nahmen zwei sehr prominente Gäste teil: Mit dem Ehepaar Werner Tiki Küstenmacher und Marion Küstenmacher, beide evangelische Pfarrer und sehr erfolgreiche Buchautor*innen, konnten wir auch nach der Veranstaltung im Kreis von Jesuiten und weiteren Freunden noch zusammensitzen und uns über so manch spirituelles und weltliches Thema austauschen.

 

Am 27. Juni 2018 veranstaltete die von der Bundesregierung eingesetzte Aufarbeitungskommission ein öffentliches Hearing zum Thema "Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs". Es war erschütternd, wie viele Betroffene aus dem Plenum sich zu Wort meldeten. Das Ausmaß dieser Untaten ist bei weitem größer, als wir wahrhaben wollen. Nicht nur im Umfeld kirchlicher Einrichtungen, sondern in allen Bereichen und quer durch alle Schichten unserer Gesellschaft. Mein eigener Beitrag bei dem öffentlichen Hearing war für mich emotional sehr belastend und aufwühlend. Doch ich bin froh, öffentlich gesprochen zu haben. Wir alle müssen uns den menschlichen Schattenseiten in all ihrer Dramatik und allen Auswüchsen stellen. Nur durch ein mutiges Hinschauen und Anerkennen dessen, was ist, kann sich auch das Lichtvolle und Schöne in unserer Welt wieder mehr ausbreiten und zur Geltung kommen. Wir kehren damit die alte Weisheit um: "Wo viel Schatten, da viel Licht." Das gilt auch für die Kirchen und ihre Vertreter*innen und Vertreter. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie das einmal begreifen und sich endlich mutig ihrem persönlichen Schatten und dem institutionellen Dunkel stellen.

Es ist soweit: Mein erstes Buch ist erschienen! Es ist wirklich ein besonderes Gefühl, zumal wenn man das Glück hat, den Auftakt an so prominenter Stelle feiern zu dürfen:

Buchpräsentation am 26. April 2018 bei Thalia Nürnberg

 

 Im Gespräch mit Geschäftsführerin Sabine Janssen