Manchmal ist es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden: Bin ich wirksamer, wenn ich etwas tue oder wenn ich es lasse? "Geh, lass hoid!", sagen die Bayern. Das klingt deutlich nach Gelassenheit. Im medialen Hype um den so genannten "Anti-Missbrauchs-Gipfel", der seit heute in Rom stattfindet, habe ich mich fürs Lassen entschieden. Es ist gar nicht so einfach, die ganzen Presseanfragen abzuschmettern. Immer wieder regen sich Zweifel: Müsste ich nicht gerade jetzt noch einen Beitrag leisten, damit sich etwas verändert? Nein, muss ich nicht. Es ist alles gesagt. In x Talkshows, in unzähligen Presseveröffentlichungen. Jetzt geht es um Taten. Hier mein Statement dazu in der aktuellen Ausgabe der ZEIT:

Die Langfassung des Artikels erschien in der Wochenendausgabe der Nürnberger Zeitung und ist hier nachzulesen:

NZ vom 23./24.2.2019, Quelle: www.nordbayern.de

 

Aktion bis Weihnachten: Für jedes persönlich bei mir erworbene Buch "Feuer der Sehnsucht. Spiritualität einfach leben" spende ich 2 Euro an Wildwasser Nürnberg – Fachberatungsstelle für Mädchen und Frauen gegen sexuellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Also: ein tolles Buch als Weihnachtsgeschenk kaufen und gleichzeitig noch etwas Gutes tun. Was will man mehr?

 

 

Eine bessere Einstimmung auf das bevorstehende Fest hätte es nicht geben können, als unseren "Tag der Dankbarkeit" am dritten Adventssonntag. Danke an alle, die sich in großer Offenheit auf das eingelassen haben, was sich mein Mann und ich für diesen Tag ausgedacht haben. Danke sagen wir vor allem auch Tabea Strassner und ihrem Team vom Dorfcafé Simonshofen für die liebevolle und leckere Bewirtung. Last not least bedanken wir uns bei Vinzenz Dorn von der "Pegnitz-Zeitung" fürs Dabeisein und den ausführlichen und wertschätzenden Artikel, in dem er seine eigenen Erfahrungen so lebendig darstellt:

 

 

Was für Wahnsinns-Wochen! Ich könnte hier Seiten füllen mit meinen Erfahrungen zum Thema "Reden über den Missbrauch". Aber ich bin einfach nur noch erschöpft vom vielen Aussortieren ("Was mache ich, was mache ich nicht?"), Grenzen setzen ("Nein, wir machen ganz sicher kein Foto in der Kirche, in der es passiert ist!), Projektionsfläche für Störgefühle anderer sein... Im Moment habe ich nicht einmal die Kraft, die vielen Presseartikel hier einzustellen, die während der vergangenen Wochen erschienen sind. Es ist einfach alles zu viel. Also habe ich mir überlegt: Worauf habe ich selbst Lust? Was macht mir Freude? Was habe ich in dieser Zeit erlebt, über das ich von Herzen gern berichte? Und da gibt es ein klares Highlight:

 

Nicht genug, dass ich beim Wecker-Konzert in Nürnberg völlig problemlos und ohne bürokratische Hürden meine Bücher verkaufen durfte, darüber hinaus hatte ich auch eine wunderschöne Begegnung mit Konstantin Wecker selbst. Und zwar nicht vom Typ "hysterische Fan-Mutti wanzt sich an ihr Idol ran", sondern eine echte Herzensbegegnung, die mir mal wieder gezeigt hat: In dem Mann hab ich mich mein Leben lang nicht getäuscht. Er steht für das, was er in seinen Lieder und Texten beschreibt und besingt. Solange es auf der Welt noch solche Menschen gibt, die sich und ihren Überzeugungen so treu bleiben, wird sie mir nicht gänzlich suspekt. Oder, um es mit dem "Kleinen Prinzen" zu sagen: "Es macht die Wüste schön, dass sie einen Brunnen birgt." Danke! Übrigens auch an meinen fabelhaften Mann Thomas, der das "Star-Foto" gemacht hat.